Samtgemeinde Lüchow (Wendland)

Geschichte

Kleine Ortsgeschichte

Im Jahre 1203 wird der Ort erstmals bei der Landesteilung unter den Söhnen Heinrich des Löwen genannt. Damals wurde Bergen zu den Städten gerechnet. Begünstigt durch die Lage an der Frachtstraße blühten Handel und Gewerbe, Wiesen und Weiden für die Viehhaltung waren genügend vorhanden. Anders war es mit dem Ackerland, denn nur wenige Bürger hatten eigenes Land, die meisten mussten sich dieses von den Besitzern pachten.

Erbfolgekriege und daraus resultierende Armut, Hungersnot und Krankheiten wie Blattern und Pest verwüsteten ganze Ortschaften. Zudem trieben im 14. Jh. Raubritter ihr Unwesen. Anfang des 17. Jh. stand der Wohlstand wieder in voller Blüte, bis dann der 30jährige Krieg wieder Verwüstung und Armut brachte. Hoch verschuldet und ohne Ländereien begannen die Bürger, sich auf das Leineweberhandwerk zu konzentrieren, wodurch der Ort wieder wohlhabend wurde.

Schwere Zeiten brachen für Bergen mit der Besetzung der Franzosen Anfang des 19. Jh. an, allerdings mussten die Bürger nach Abzug der Franzosen 1813 kein unmittelbares Kriegselend erleben. Ein Schreckenstag sei noch erwähnt, und zwar der 2. Mai 1840, als bei einem Großbrand der Ort 56 Wohnhäuser verlor, 144 Bürger wurden obdachlos.

Für Bergen, bis zum Ende des 2. Weltkrieges als Flecken bezeichnet, bedeutete die Zonengrenzziehung nach 1945 eine völlige Änderung der wirtschaftlichen Struktur. Vor der Teilung Deutschlands hatte der Ort ziemlich großen Einfluss auf altmärkische Dörfer und auch mit Salzwedel bestanden wirtschaftliche Beziehungen. Durch den Wegfall dieser Gebiete wurde die Lage für viele Betriebe bedrohlich, teilweise wurden Existenzen vernichtet.

Durch die Gemeindereform 1972 wurden 7 selbständige Dörfer Ortsteile von Bergen und nach der Öffnung des Grenzübergangs 1973 entwickelte sich ein bescheidener Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße 71.

Am 9. November 1989 öffnete die DDR die Grenze und Tausende strömten aus den Nachbargemeinden und Salzwedel nach Bergen/Dumme. Am 3. Oktober 1990 fiel die Grenze zur DDR endgültig. Bergen liegt nun nicht mehr an der Grenze, sondern wieder mitten in Deutschland.

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