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Tagung Baukultur vom 23. bis 24.05.2019 in Lübeln

Tagung Baukultur als Standortfaktor ländlicher Entwicklung

Lüchow. Zwei Tage lang diskutierten rund 30 internationale Fachleute in Lübeln über das Thema „Baukultur als Standortfaktor ländlicher Entwicklung“. Hubert Schwedland begrüßte die Tagungsgäste, die auf Einladung des Bundes für Heimat und Umwelt in Deutschland e.V. (BHU e.V.) ins Wendland gekommen waren. Der Samtgemeindebürgermeister stellte dem internationalen Tagungspublikum die Region vor und erläuterte die ökologisch – ökonomischen Besonderheiten der Siedlungslandschaft Rundlinge. Die Samtgemeinde Lüchow (Wendland) bewirbt sich mit der einzigartigen Siedlungslandschaft um die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste.

Während einer Exkursion durch neun Rundlinge konnten die Teilnehmenden einen persönlichen Eindruck vor Ort gewinnen. Viel Lob gab es für gelungene Erhaltungsmaßnahmen und reichlich Gesprächsstoff bot die Frage, mit welchen Mitteln man die weitere Entwicklung der Dörfer fördern könne. Ministerialdirigent Ralf Wolkenhauer vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bot in seinem Vortrag schon einige Lösungsansätze für die zukünftige Entwicklung der Dörfer an. Ilka Burkhard – Liebig vom ortsansässigen Rundlingsverein wie auch Dr. Dirk Wübbenhorst von der Interessensgemeinschaft Bauernhaus e.V. beschrieben ihr Engagement für den Erhalt der historischen Bausubstanz im Wendland mit beeindruckenden Beispielen zur vielfältigen Rundlingsarchitektur. Ansätze zur Beteiligung der Menschen vor Ort erläuterte Prof. Dr. Dr. h.c. Michael Schmidt vom Institute for Heritage Management (IHM) aus Cottbus am Beispiel der ehemals bäuerlichen Hofstellen im Wendland, deren historische Bausubstanz erhalten werden soll.

Den großen Bogen zur weltweiten Vereinigung der Baukultur-Dörfer schlug Francisco Manuel Mestre Acosta von der spanischen Baukultur-Vereinigung „Pueblos más Bonitos de Espana“. Die Vorstellung von regionalen Baukultur-Initiativen in Deutschland folgten für Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Brandenburg. Der sensible Umgang von zeitgenössischem Bauen in historisch gewachsenen Strukturen erläuterte die Vorsitzende des Jura-Haus-Vereins, Eva Martiny, die die besondere Architektur und Dacheindeckung der Jurahäuser in Bayern vorstellte. Der Verein arbeitet an der Aufnahme in die UNESCO - Liste des immateriellen Kulturerbes.

Die erfolgversprechende Verbindung von regionaler Baukultur mit touristischer Entwicklung beleuchteten die Beiträge von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Peters von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und weiteren Rednern. Einig waren sich alle am Schluss der zweitägigen Fachtagung, dass ein bundesweiter Zusammenschluss der Baukultur-Dörfer Deutschlands weiter vorangetrieben werden soll. Der BHU und die regionalen Initiativen der regionalen Baukultur sind dabei!

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