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„Wegen Familie hier bleiben, wegen besserer Bildungschancen gehen“ – Umfrage gibt Einblicke in die Lebenswelt der Jugendlichen in Lüchow-Dannenberg

In einer Umfrage auf der Ausbildungsmesse 2019 in Hitzacker hat die Agentur Wendlandleben Schülerinnen und Schüler aus Lüchow-Dannenberg mehrere Fragen gestellt: „Möchtest du nach der Schule hier bleiben? Doch lieber weggehen? Und was wünscht du dir für unseren Landkreis? Hast du Kritik an oder Lob für die Region?“

Foto: Landkreis Lüchow-Dannenberg„Wir haben nicht damit gerechnet, dass über 250 Schülerinnen und Schüler teilnehmen und sind sehr glücklich über den vielfältigen und interessanten Input“, erklärt Anika Mannig. Sie ist bei der Agentur für das Thema Berufsorientierung zuständig. Von den Befragten im Alter von 12 bis 18 Jahren möchte demnach etwa ein Viertel nach der Schule hierbleiben, ein Viertel möchte den Landkreis verlassen und die übrigen 50 Prozent sind aktuell noch unentschieden. „Der vermeintliche Trend zum ‚Nach-der-Schule-um-jeden-Preis-weg-wollen’ spiegelt sich darin nicht unbedingt wieder“, so Mannig. Ein Drittel der Befragten hebt die schöne Landschaft, die ruhige Lage und die enge Bindung zu Familie und Freunden als besonders positiv hervor: „Ich überlege, ob ich, nach dem ich zum Studieren weggegangen bin, zurückkomme, weil meine Familie hier lebt“, heißt es da beispielsweise oder „Ich bin Dorfkind und Stolz darauf!“ oder „Ich weiß noch nicht ob ich hierbleibe oder weggehe. Wegen Familie hier bleiben, wegen besserer Bildungschancen gehen.“

Kritikpunkte finden sich beim Thema Freizeit: Fehlende oder zu wenige Discotheken, Freibäder, Festivals sowie Einkaufsmöglichkeiten wurden am häufigsten genannt. Im Bereich Mobilität stehen mehr Busse, bessere Anschlüsse in Richtung Uelzen und Lüneburg sowie bessere Fahrradwege und die Anbindung an eine Autobahn auf der Wunschliste. Und auch bei den Jobperspektiven wünschen sich die Jugendlichen mehr und vielfältigere Angebote.

„Das Feedback liefert uns für die weitere Arbeit wertvolle Indizien“, ergänzt Mannig, „eines davon ist, die Berufsangebote der lokalen Betriebe für den Nachwuchs sichtbarer zu machen“.

Auch für die Gestaltung der Ausbildungsmesse am 29. und 30. September 2020 sollen die Ergebnisse und Hinweise Berücksichtigung finden. Zwar fällt die Bewertung der Betriebe sehr positiv aus. Aber eine Verbesserung durch eine prominentere Platzierung der vielfältigen Meet and Speak-Angebote und die Organisation von Kurzworkshops etwa zu wenig bekannten Ausbildungsberufen oder Bewerbungsthemen sind denkbar, genauso weitere Formate, bei denen sich die Unternehmen – angepasst an die veränderte Situation auf dem Jobmarkt – bei den Schülerinnen „bewerben“ müssen.

 

Über die Agentur Wendlandleben
Die Agentur Wendlandleben ist Ansprechpartner für alle, die (wieder) Wendländer werden wollen. Sie fördert zudem aktiv die regionale Berufsorientierung in den Schulen und bietet Arbeitgebern im Landkreis Lüchow-Dannenberg eine Präsentationsplattform sowie Hilfe bei der Rekrutierung von Fachkräften. Mit ihren kostenfreien Leistungen berät sie persönlich und individuell. Sie unterstützt Zuzugsinteressierte, Jugendliche und Erziehungsberechtigte mit Informationen und Kontakten zu Kernthemen wie Arbeit, Ausbildung, Wohnen, Freizeit und Familie sowie einem breitgefächerten Netzwerk. Dadurch vereinfacht sie hiesigen Unternehmen den Zugang zu Fach- und Nachwuchskräften, bewirbt Ausbildungs- und Arbeitsplätze und fungiert so als Multiplikator und Bindeglied. Wendlandleben ist seit 2017 für den Landkreis Lüchow-Dannenberg aktiv und legt einen besonderen Fokus auf die Region als Lebens- und Wirtschaftsstandort.

Die Agentur ist als Modellprojekt im Rahmen der Allianz für Fachkräfte Nordostniedersachsen aus Fördermitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert sowie aus Landes- und Landkreismitteln.

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